Mittwoch, 12. Februar 2020
Dossier: [25./26. Januar 2020 in Frankfurt am Main] Strategiekonferenz 2020: Für eine kämpferische Gewerkschaftspolitik!
Kämpferische Gewerkschaften: Nötiger denn je. Strategiewechsel statt
Weiterführung des sozialpartnerschaftlichen Kurses für den „Standort
Deutschland“!
"... Die Politik unserer Gewerkschaftsführungen besteht in
Sozialpartnerschaft und Co-Management. Das Akzeptieren von
Vereinbarungen, in denen Belegschaften Verzicht übten, um Unternehmen
konkurrenzfähig zu halten, rächt sich gerade jetzt, wo viele
Unternehmen trotz dieser Vereinbarungen weitere Kürzungs- und
Stellenabbaupläne verkünden und umsetzen. Es hat eine Reihe von
Kämpfen gegeben, die beispielhaft und mutig waren. (...) Die
Gewerkschaftsführungen haben diese Kampfkraft nicht genutzt. (...) Das
alles ist kein Zufall, ordnen sich doch die Gewerkschaftsführungen
systematisch den kapitalistischen „Sachzwängen“ und den
Standortinteressen der deutschen Exportindustrie unter und verkaufen
dies gegenüber den Kolleg*innen als unausweichliche „wirtschaftliche
Gegebenheiten“. Darüber hinaus akzeptieren und fördern sie damit in
letzter Konsequenz die beschleunigte Ausplünderung der Empfangsländer
deutscher Exporte und der Lieferländer für Rohstoffe. Gerade vor dem
Hintergrund, dass die BRD ein prominenter Standort für die
Rüstungsproduktion darstellt und als militärisch-logistische
Drehscheibe der wichtigste Standort für Nato-Kriegspläne in Europa ist
– im Kampf um Ressourcen und Absatzmärkte – muss endlich mit der
Standortpolitik Schluss gemacht werden! Stellt diese doch ein
entscheidendes Hindernis für die immer notwendiger werdenden
international zu koordinierenden Kämpfe dar! (...) Wir – Kolleg*innen
und Kollegen – in verschiedenen Branchen, Betrieben und Gewerkschaften
– setzen uns für einen Strategiewechsel in den Gewerkschaften ein.
(...) Für diese Ziele treten wir ein: Statt Co-Management und
Ausrichtung auf Sozialpartnerschaft: Mobilisierung und Ausnutzen der
gewerkschaftlichen Kampfkraft mit Pilotwirkung für andere (...) Keine
weiteren Privatisierungen, für Rekommunalisierung; Kampf für den
Erhalt aller Arbeitsplätze – Umstellung der Produktion auf ökologisch
und gesellschaftlich sinnvolle Produkte Überführung in Gemeineigentum
unter demokratischer Kontrolle und Verwaltung urch Belegschaften und
die arbeitende Bevölkerung anstatt Schließung, Verlagerung und
Entlassung; entschiedener Kampf gegen Spaltung von Kolleg*innen
entlang nationaler, religiöser oder ethnischer Linien und gegen rechte
Hetze..." Abschlusserklärung der Strategiekonferenz für kämpferische
Gewerkschaften, verabschiedet am 26. Januar 2020 bei VKG - Vernetzung
für kämpferische Gewerkschaften
https://www.vernetzung.org/abschlusserklaerung-der-strategiekonferenz-fuer-kaempferische-gewerkschaften/
Siehe für weitere Infos auch unser Dossier
https://www.labournet.de/?p=157049
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