Samstag, 8. Februar 2020

Der rechtsradikale „Kampf um die Geschichte“: Mit einer Welle von Drohungen


Theodor W. Adorno: Die Forderung, dass Auschwitz nicht noch einmal sei, ist die allererste an Erziehung„… Als das Holocaust-Mahnmal, eines der meist frequentierten deutschen Tourismusziele überhaupt, 2005 errichtet wurde, hätte es noch den gesellschaftlichen Konsens gegeben, dass wir uns zu in deutschem Namen begangenen Verbrechen bekennen, sagt Neumärker: „Dieser Konsens ist brüchig geworden, das Unsagbare ist wieder sagbar, Gewissheiten von vor fünf Jahren sind keine mehr.“ Das sei gerade in Erinnerungsstätten und Gedenkorten täglich zu spüren. Auch Fragen nähmen zu, die mit typischen Phrasen anfingen wie „Darf man denn hier sagen …?“ oder „Ich traue mich mal …“ Um sich vor Provokationen durch Rechtsextreme, störende Landtagsabgeordnete bei Gedenkveranstaltungen und andere Angriffe auf Erinnerungskultur zur Wehr zu setzen, hat die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus (MBR) am Donnerstag in der Gedenkstätte des Holocaust-Mahnmals eine neue Handreichung „Zum Umgang mit dem Kulturkampf von rechts in Gedenkstätten und Museen“ vorgestellt.…“ – aus dem Beitrag „Hilfe gegen Kulturkampf“ von Gareth Joswig am 06. Februar 2020 in der taz online externer Link über eine der Maßnahmen als Reaktion auf die zunehmenden rechten Aktionen gegen Museen, Gedenkstätten und andere Einrichtung der Erinnerung an die Nazi-Verbrechen. Siehe dazu einen weiteren aktuellen Beitrag:
  • „Haltung statt Angst“ von Claudia Krieg am 06. Februar 2020 in neues deutschland online externer Link kommentiert die Reaktionen auf die zunehmenden Angriffe: „… NS-Gedenkstätten mit der Erinnerung an Millionen Opfer von Verbrechen, die im Namen deutscher Allmachts-, Vernichtungs- und Herrschaftsideologie begangen wurden, sind Rechtsextremen nicht ohne Grund ein Dorn im Auge. Jede kritische Geschichtsbetrachtung steht ihrem Ziel im Weg, deutschen Nationalismus zu rehabilitieren, das angeblich heroische nationale Selbstbild wieder in Kraft zu setzen und die rassistischen und antisemitischen Verbrechen der Nazis zu leugnen. Es ist kein Wunder, dass die AfD gerade hier versucht, sich breitzumachen und mit provokanten Auftritten Mitarbeiter*innen einzuschüchtern oder zu verunsichern. NS-Gedenkstätten mit der Erinnerung an Millionen Opfer von Verbrechen, die im Namen deutscher Allmachts-, Vernichtungs- und Herrschaftsideologie begangen wurden, sind Rechtsextremen nicht ohne Grund ein Dorn im Auge. Jede kritische Geschichtsbetrachtung steht ihrem Ziel im Weg, deutschen Nationalismus zu rehabilitieren, das angeblich heroische nationale Selbstbild wieder in Kraft zu setzen und die rassistischen und antisemitischen Verbrechen der Nazis zu leugnen. Es ist kein Wunder, dass die AfD gerade hier versucht, sich breitzumachen und mit provokanten Auftritten Mitarbeiter*innen einzuschüchtern oder zu verunsichern…“
Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=162447

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