Mittwoch, 12. Februar 2020

Alljährlicher Aufmarsch in Budapest: Ungarns Spezialität ist Im- und Export von Nazis



„... Mehrere Hundert Menschen haben sich zusammengefunden, um 
lautstark gegen den neonazistischen „Tag der Ehre“ zu demonstrieren. 
Und sie sind voller Euphorie: Denn während in den letzten Jahren nur 
einige Dutzend gegen den Neonazi-Aufmarsch protestierten, stehen den 
500 Neonazis heute ebenso viele Antifaschist*innen gegenüber. Unter 
ihnen sind knapp hundert Trommler*innen. „So etwas gab es in Ungarn 
seit 20 Jahren nicht. Das ist das Event des Jahrhunderts!“, freut sich 
Gabor, der seinen tatsächlichen Namen nicht in der Zeitung lesen will. 
„Ich bin sehr glücklich, dass so viele Romaverbände hier sind“, 
erklärt Szabrina, die den Gegenprotest mitorganisiert hat. Seit 1997 
„gedenken“ die Rechtsextremen mit ihrem Aufmarsch deutschen 
Wehrmachtssoldaten, Angehörigen der Waffen-SS und kollaborierenden 
ungarischen Truppen. Am 11. Februar 1945 versuchten diese, aus der von 
der Roten Armee belagerten Budapester Burg auszubrechen und zur 
Frontlinie zu gelangen. Nur wenige Hundert der mehr als 20.000 
Soldaten überlebten. Seit 2003 übernahm die ungarische Divsion des 
„Blood and Honour“-Netzwerks die Organisation des rechtssextremen 
Großevents. Unter den Anreisenden sind alljährlich auch deutsche 
Neonazis. Im Anschluss an die „Gedenkstunde“ im Varosmajor-Park folgt 
für die Hartgesottenen noch eine Wehrsportübung. Auf bis zu 60 
Kilometer langen Marschwegen stellen die Teilnehmenden den Ausbruch 
aus der Budapester Burg nach. Die Rechtsextremen haben es mit Bravour 
geschafft, dem „Gendenkmarsch“ einen bürgerlichen Anstrich zu 
verpassen: Geschichtsinteressierten wird die rechtsextreme 
Demonstration als Wanderung durch die Buda-Hügel in historischen 
Uniformen angepriesen. Die Tour wird im offiziellen Verzeichnis 
touristischer Führungen gelistet. Die Organisator*innen erhalten 
staatliche Zuschüsse. Deutsche Neonazis nutzen die „Nachtwanderung“ 
gerne, um in Deutschland verbotene NS-Insignien zur Schau zu 
stellen...“ – aus dem Bericht „Erfolgreich beschmutzt“ von Franziska 
Schindler am 09. Februar 2020 in der taz online über die Proteste 
gegen das diesjährige interationale Nazi-Treffen in Budapest am 8. 
Februar. Zum Gedenktag der Nazis für ihre vernichtende Niederlage zwei 
weitere aktuelle sowie ein Hintergrundbeitrag – und zwei Beiträge zum 
Thema, dass die ungarische Rechtsregierung nicht nur den Import von 
Nazis und ihrer Ideologie finanziell unterstützt
https://www.labournet.de/?p=162628

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