Wie viele Menschen an Bord waren, als das Flüchtlingsboot am Samstag südwestlich der griechischen Inselgruppe Paxos sank, ist unklar; griechische Medien berichteten von bis zu 50 Personen. Trotz einer großangelegten Such- und Rettungsaktion der griechischen Küstenwache mit drei Hubschraubern und vier Patrouillenbooten konnten im Ionischen Meer nur 21 Menschen gerettet werden. Zwölf Männer und eine Frau wurden tot geborgen.
Weiterhin versuchen Migranten täglich, von der Türkei nach Griechenland zu gelangen. In der Türkei sollen sich derzeit allein 3,6 Millionen Flüchtlinge aus dem benachbarten Bürgerkriegsland Syrien aufhalten. Die griechische Küstenwache entdeckt zudem fast täglich Boote mit Migranten auf dem Weg von der griechischen Westküste nach Italien. Schleuser nutzen diese Strecke, um die weitgehend geschlossene Balkanroute zu umgehen.
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Helfer im Mittelmeer unterstützt
Sea-Watch erhebt schwere Vorwürfe gegen die maltesischen Behörden
Die Rettungsschiffe »Sea-Watch 3« und »Open Arms« warteten derweil am Sonntag mit je knapp 120 geretteten Flüchtlingen an Bord auf die Zuweisung sicherer Häfen. Die »Sea-Watch 3« hatte bei drei Rettungsaktionen im Mittelmeer am Donnerstag und Freitag insgesamt 119 Menschen an Bord genommen, die »Open Arms« der gleichnamigen spanischen Hilfsorganisation rettete bis zum Sonntag 118 Menschen.
Die deutsche Seenotrettungsorganisation
Sea-Watch erhob schwere Vorwürfe gegen die maltesischen Behörden. Ein maltesisches Marineschiff habe in Seenot geratene Flüchtlinge am Samstag erst nach dem Eintreffen der »Sea-Watch 3« gerettet, obwohl es bereits mehrere Stunden zuvor am Unglücksort eingetroffen sei, erklärte die Organisation auf Twitter. Die maltesische Marine rette offenbar nur dann Leben, wenn sie dazu durch die Gegenwart ziviler Akteure gezwungen sei.
Agenturen/nd
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