hast Du schon einmal von der „Badewannenkurve“ gehört? Sie wird zur Beschreibung der Zuverlässigkeit in der Technik benutzt. Die Kurve, die entsteht, wenn man die Ausfallrate von technischen Geräten und Systemen abhängig von ihrer Lebensdauer darstellt, ähnelt dem Querschnitt einer Badewanne. Am Anfang und am Ende des Lebenszyklus eines technischen Systems ist die Störfallrate besonders hoch – dazwischen über lange Zeit relativ niedrig.
In Deutschland laufen noch immer sieben Atomkraftwerke. Sechs davon sollen noch bis 2022 am Netz bleiben. Die Reaktoren werden immer älter, die Zahl der Störfälle steigt, denn sie bewegen sich immer weiter auf den Rand der „Badewanne“ zu. Verschärfend kommt hinzu, dass sich für die AKW-Betreiber Investitionen in die Sicherheit der Anlagen nicht mehr lohnen. Alte Bauteile werden nicht mehr ausgetauscht, denn die Kosten für Erneuerungen sind in den restlichen Betriebsjahren nicht mehr reinzuholen.
Das bedeutet: Die kommenden Jahre sind die gefährlichste Zeit in Sachen Atomkraft. Doch dessen ist sich die breite Öffentlichkeit nicht bewusst. Für viele fühlt es sich so an, als wäre mit dem sogenannten Ausstieg, also mit dem Beschluss, die Laufzeiten bis 2022 zu begrenzen, auch die Gefahr von Atomkraftwerken abgeschafft worden. Doch das Gegenteil ist der Fall. Je näher wir 2022 kommen, umso größer wird das Risiko.
Das ist einer der Gründe, warum .ausgestrahlt weiter aktiv ist, obwohl das Thema Atomkraft in der öffentlichen Debatte kaum noch eine Rolle spielt. Und das ist auch einer der Gründe, warum wir auch vier Jahre vor 2022 noch auf der Suche nach neuen Förderinnen und Förderern unserer Arbeit sind.
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Wir wollen, dass der Rand der Badewanne gar nicht erst erreicht wird, dass die Reaktoren abgeschaltet werden, bevor die gefährlichste Zeit anbricht. Doch politisch ist spätestens mit der Atomgesetz-Novelle vom Juni kaum noch Spielraum für ein schnelleres Abschalten. Es gibt im Bundestag keine Mehrheit dafür. Es bleibt jedoch eine Möglichkeit, die keiner Gesetzesänderung bedarf: Jede Atomaufsicht der Bundesländer kann einzelne Reaktoren aufgrund ihrer technischen Situation vom Netz nehmen.
.ausgestrahlt hat in den letzten Monaten ein Konzept entwickelt, mit dem wir schnell handlungsfähig sein können, wenn gravierende Probleme in Atomkraftwerken publik werden. Denn dann ergibt sich möglicherweise auch eine Gelegenheit, die Atomaufsichten so unter Druck zu setzen, dass sie den betroffenen Reaktor erstmal vom Netz nehmen.
Du siehst: Auf .ausgestrahlt kommen entscheidende Jahre zu. Und der Streit um die noch laufenden AKW ist ja längst nicht unser einziges Thema. Abriss von AKW, Atommüll-Zwischenlagerung, das Standortauswahlverfahren für ein langfristiges Atommüll-Lager, die AKW in angrenzenden Ländern, Atomfabriken, und, und, und … Trotz Ausstiegsbeschluss bleibt das Thema hochbrisant – auch wenn derzeit nur wenige Menschen hinschauen.
Klar, es gibt auch viele andere wichtige Themen. Aber es braucht eine Organisation, die weiter am Atom-Thema dran bleibt. Das kann .ausgestrahlt aber nur dann, wenn uns genügend Freundinnen und Freunde unterstützen. Hier kannst du mitmachen.
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Der langjährige Aktivist Karsten Hinrichsen aus Brokdorf hat es einmal so formuliert: „Wir sind nach Harrisburg müde geworden, wir sind nach Tschernobyl müde geworden – nach Fukushima dürfen wir nicht mehr müde werden. Wir müssen schneller sein als das nächste Unglück.“
In diesem Sinne
herzliche Grüße
herzliche Grüße
Jochen Stay
und das ganze .ausgestrahlt-Team
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