Dienstag, 14. Februar 2017
Frühzeitige Jobvernichtung: Daimler-Spitze will der Umstellung auf Elektroantriebe vorgreifen und schon mal Stellen streichen. Wenn sie dabei bleibt, »dann kracht es«
"Die Daimler-Belegschaften sind in Unruhe. Auslöser sind Äußerungen
von Konzernchef Dieter Zetsche, der am 3. Februar vor Finanzanalysten
ankündigte: »Wir werden beim Antrieb so früh wie möglich reduzieren.«
Gemeint war die Zahl der Beschäftigten in den Motor- und
Getriebewerken, also in Untertürkheim, Hamburg, Berlin dem
thüringischen Kölleda und einigen anderen europäischen
Mercedes-Standorten. Zetsche weiter: »Wir haben die Verantwortung, das
Personal, das an Bord ist, zu sichern – aber wir sehen keine
Verantwortung, die Stellen zu sichern.« Begründet wird der anvisierte
Jobabbau mit der Umstellung auf Elektroantriebe – obwohl die
allermeisten Mercedes-Modelle auch in den nächsten Jahren noch einen
Verbrennungsmotor unter der Haube haben werden. (...) Aktuell wird in
Untertürkheim über einen Einstieg in die Elektromobilität verhandelt.
Eine erste Einigung steht an. Dennoch glaubt IG-Metall-Betriebsrat
Clauss, Mitherausgeber der linken Betriebszeitung Alternative, dass es
in den kommenden Monaten noch harte Verhandlungen geben wird. »Wenn
der Vorstand an seinen Abbauplänen festhält und immer mehr Arbeiten an
externe Firmen vergibt, dann kracht es.« Der Betriebsrat habe eine
klare Position: »Wir wollen nicht nur die aktuell Beschäftigten
sichern, sondern die Beschäftigung insgesamt.« (...) Betriebsräte aus
dem Bereich kritisieren in der Betriebszeitung Alternative,
Vereinbarungen könnten nicht nur dann zur Anwendung kommen, wenn sie
dem Unternehmen nützlich seien. »Das ist keine Einbahnstraße!
Ansonsten führt die Straße diesmal statt auf die B10 auf die A8.« Die
sechsspurige Bundesstraße 10 hatten Mettinger Arbeiter 2004 blockiert,
als es ebenfalls um die Sicherung der Standorte ging. Womöglich müssen
die Daimler-Beschäftigten in Zukunft erneut zu solchen Maßnahmen
greifen." Beitrag von Daniel Behruzi bei der jungen Welt vom 11.
Februar 2017
https://www.jungewelt.de/2017/02-11/053.php
Siehe dazu auch vom 7. Februar 2017: BV zur Weiterentwicklung des
“Zukunftsbildes Sindelfingen 2020+”: Elektro-Mobilität als Einfallstor
für Verschlechterungen und Auslagerungen
http://www.labournet.de/?p=111366
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