Der größte Generalstreik der Geschichte des Landes und damit möglicherweise der größte Streik in der Menschheitsgeschichte überhaupt
von Florian Wlide
Quelle: Die Freiheitsliebe, Dein Portal für kritischen Journalismus vom 21. September 2016
Es soll der größte Generalstreik der Geschichte des Landes und damit möglicherweise der größte Streik in der Menschheitsgeschichte überhaupt gewesen sein: Bis zu 180 Millionen Beschäftigte beteiligten sich nach Gewerkschaftsangaben am Freitag, 2. September, an einem Ausstand im öffentlichen Dienst in Indien.Es soll der größte Generalstreik der Geschichte des Landes und damit möglicherweise der größte Streik in der Menschheitsgeschichte überhaupt gewesen sein: Bis zu 180 Millionen Beschäftigte beteiligten sich nach Gewerkschaftsangaben am Freitag den 2. September 2016 an einem Ausstand im öffentlichen Dienst in Indien. 10 Gewerkschaftsverbände hatten die Beschäftigten zum Streik aufgerufen.
Die Gewerkschaften hatten einen Katalog mit 12 Forderungen aufgestellt, darunter einer Erhöhung des monatlichen Mindestlohns auf 18.000 Rupien (243 Euro), der Einführung einer Mindestrente vom 3.000 Rupien (40 Euro), Preiskontrollen und einem Stopp der Privatisierungen. Der indische Ministerpräsident Narendra Modi hatte nach dem Wahlsieg seiner hindunationalistischen BJP-Partei 2014 umfangreiche Privatisierungsmaßnahmen in bisher staatlichen Unternehmen eingeleitet.
Streik trifft Wirtschaft in Indien
Wie Al Jazeera berichtete, erfasste der Streik vor allem die Beschäftigten bei Banken, Post und öffentlichen Verkehrsunternehmen, außerdem Lehrer, Bau- und Mienenarbeiter. Die von den Gewerkschaften verkündete Zahl von bis zu 180 Millionen Streikenden ließe sich aber nicht unabhängig überprüfen.
Linke in Indien unterstützt Proteste
Generalstreik
Jayati Ghosh, Professorin für Entwicklungsökonomie an der Jawaharlal Nehru Universität in Delhi, erklärte gegenüber dem Guardian, dass Modis Politik an eine bereits 25-jährige neoliberale Politik auf Kosten der Arbeiter anknüpft: „Weniger als 4 Prozent der Arbeiter in Indien haben überhaupt einen echten Arbeitsschutz, und selbst der erodiert immer mehr. Es gibt ein weit verbreitetes Gefühl, dass die Regierung, anstatt die Reichen zur Kasse zu bitten, immer nur die Armen angreift und immer weniger Mittel für die essentielle öffentliche Daseinsvorsorge zur Verfügung stellt.“ Beschäftigte im Gesundheitswesen hätten in einigen Bundesstaaten seit Monaten keine Löhne bekommen, und die Regierung würde private Unternehmen aktiv ermuntern, gegen gewerkschaftliche Organisierungsarbeit vorzugehen.
Ein Beitrag von Florian Wlide
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