Freitag, 6. Juli 2012

Die Kämpfenden Kommunistischen Zellen (CCC)

Die Kämpfenden Kommunistischen Zellen (Cellules Communistes Combattantes) waren eine Stadtguerilla, die in Belgien für den Kommunismus gekämpft haben. Angriffe der CCC Die CCC tauchten zum ersten Mal im Oktober 1984 auf der politischen Bildfläche auf. Zwischen dem 02. Oktober 84 und dem 06. Dezember 85, wo ihr letzter Anschlag stattfand, verübten sie 19 Anschläge, einerseits gegen internationale Unternehmen und militärische Ziele, andererseits gegen belgische Firmen und Banken. (Zur Auflistung der Anschläge >>) Verhaftungen und Knastzeit Am 16. Dezember 1985 wurden Pierre Carette, Bertrand Sassoye, Pascale Vandegeerde und Didier Chevolet verhaftet.Im Knast organisierten sie sich zum Gefangenenkollektiv der CCC und kämpften um die Anerkennung als politische Gefangene und ihre Zusammenlegung. Bereits im Mai 1986 beginnen die Gefangenen den ersten Hungerstreik gegen ihre Haftbedingungen. Kurz nach der Verhaftung der vier gründete sich die Angehörigenorganisation APAPC (Angehörigen und FreundInnen der kommunistischen Gefangenen), die von da an Solidarität mit den Gefangenen organisierten. Im September 1988 kurz vor Beginn ihres Prozesses beginnen Pierre Carette, Bertrand Sassoye, Pascale Vandegeerde und Didier Chevolet einen weiteren Hungerstreik, der von Protestaktionen in Deutschland, Dänemark und der Schweiz begleitet wurde. Am 20. Oktober 1988 werden schließlich die Vier zu einer lebenslänglichen Strafe verurteilt Im Knast entstehen auch eine Reihe von Erklärungen der Gefangenen zu ihren Haftbedingungen und ihren Kämpfen. Darüber hinaus entstanden in der Zeit ihrer Gefangenschaft einige "programmatische Erklärungen" der CCC, z.B. "Sur la parti combattant", "La Fleche et la Cible" und einen Debattenbeitrag "Lutte Armee et politique revolutionnaire". 1992 flieht Bertrand Sassoye aus dem Knast, wird aber kurze Zeit nach seinem Fluchtversuch wieder gefasst. 1995 beginnt nach belgischem Recht die Möglichkeit auf Freilassung auf Bewährung. Die zuständigen Behörden spielen zusehends auf Zeit und zwischenzeitlich haben die Gefangenen einen Zeitraum hinter Gittern verbracht, der sonst nur für "Rückfällige" in Belgien Anwendung findet. Als Möglichkeit frei zu kommen offeriert man den Gefangenen öffentlich von ihren politischen Positionen abzuschwören, um das Bewährungsverfahren zu beschleunigen. Dies lehnen die Gefangenen ab. Die Freilassungen zogen sich somit noch über Jahre hinweg: Der reuige Didier Chevolet kam 2000 als erster aus dem Knast. Danach, am 4. Februar 2000, wurde Pascal Vandegeerde freigelassen und am 10. Juli wurde Bertrand Sassoye freigelassen. Pierre Carette wurde erst 2003 aus dem Knast entlassen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen